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Mobilität in Zürich nicht mehr auf Überholspur

Zürich – Singapur, London, Stockholm, Hongkong und Amsterdam belegen im Urban Mobility Readiness Index 2020 des Oliver Wyman Forum die vordersten Plätze. Zürich glänzt bei bereits bestehender Mobilität, setzt jedoch noch zu wenig auf Zukunftstechnologien und Innovation. Für die Region hätte die Mobilitätsbranche großes Potenzial für Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

Im aktuellen Urban Mobility Readiness Index 2020 des Oliver Wyman Forum schälen sich fünf Städte heraus, die für die Mobilität der Zukunft angemessen aufstellt sind: Singapur, London, Stockholm, Hongkong und Amsterdam. Sie setzen früh auf neue Mobilitätsmodelle wie Mobility-as-a-Service und treiben Zukunftstechnologien wie die Elektrifizierung schnell voran. Sie werden durch ein Innovationsnetzwerk von Universitäten, Laboren und Technologieunternehmen unterstützt und schaffen die Basis für eine Belebung der einheimischen Mobilitätsindustrie und neue Arbeitsplätze.

Zürich glänzt bei bestehender Mobilitätsinfrastruktur und gesellschaftlichem Nutzen aber ist nicht mehr innovativ

Die Schweizer Metropole Zürich hingegen reiht sich nur auf Platz 14 der 50 analysierten Städte ein. Im Index wird zwar anerkannt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel effizient, erschwinglich und sehr gut erreichbar sind. Das S-Bahn System, das in den frühen 1990er Jahren mit einer hohen Systemdichte und der Vertaktung mit dem SBB-Angebot eingeführt wurde, bleibt international fortgeschritten und auch wurde an vielen Stellen kopiert. Doch im Bereich der neuen Mobilitätsmodelle – ob digitale Plattformen, Mikromobilität oder Sharing Economy – ist Zürich ein Follower. „Man muss nicht immer führend sein, vor allem wenn man mit dem öffentlichen Verkehr der Stadt Zürich ein solch hervorragendes Angebot vorweisen kann“, sagt Joris D’Incà, Schweizchef von Oliver Wyman. „Jedoch verpassen wir so die Chance, die Zukunft der Mobilitätsindustrie mitzugestalten und die Basis für einen neuen Industriezweig zu setzen“. Ein stärkerer Fokus auf Innovation im Bereich Mobilität könne diesen traditionellen Schweizer Industriesektor, der in den letzten Jahrzehnten teilweise wegkonsolidiert oder ins Ausland verlagert worden ist, wieder stärken.

Mobilität der Zukunft noch ausbaufähig

Die Voraussetzungen für eine Führungsrolle im Bereich Mobilität sind in der Schweiz immer noch sehr gut: Zum einen steht die Bevölkerung neuen Mobilitätsformen und Innovation wohlwollend gegenüber. Das wird Jahr um Jahr durch die Studie „Switzerland’s Digital DNA“ belegt. 60 Prozent der Befragten geben demnach an, dass sie sich mit der zunehmenden Anzahl von Smart City-Dienstleistungen auseinandersetzen. Fast 80 Prozent der Befragten stimmen einer Vereinfachung der eigenen Mobilitätsplanung durch Internet und Technologie zu.

Zum anderen gibt es beispielsweise im Zürcher Raum ein vorteilhaftes Ökosystem: Globale Digitalplayer wie Google haben ihren Europäischen Sitz in Zürich, wissenschaftliche Institutionen wie die ETH sind Mobilitäts-Vordenker und Unternehmen wie Stadler oder ABB spielen eine wichtige Rolle im globalen Mobilitätsmarkt. „Eine stärkere regulatorische Offenheit für Mobilitätsinnovationen und -pilotierungen, gezielte Investments und die weitere Förderung von Jungunternehmen an der Schnittstelle zu Bildungsinstitutionen könnten die Basis für einen starken Mobilitäts-Cluster legen“, sagt Nordal Cavadini, Partner bei Oliver Wyman in Zürich. Damit würden unter anderem Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze geschaffen.  Das spiegelt sich auch in Aussagen der Switzerland’s Digital DNA-Befragung wider: Drei Viertel aller Befragten sehen durch Internet und Technologie allgemein eine Chance für die Schweiz. 60 Prozent erhoffen sich dadurch, dass neue Jobs geschaffen werden.

ÜBER DEN INDEX

Das Oliver Wyman Forum wählte 50 globale Städte für eine Analyse in fünf Kategorien aus: gesellschaftliche Auswirkungen, Infrastruktur, Systemeffizienz, Innovation und Marktattraktivität. Die Analyse wird in Zusammenarbeit mit dem Institute of Transportation Studies (ITS) an der Universität von Kalifornien, Berkeley, durchgeführt.

ÜBER OLIVER WYMAN FORUM

Das Oliver Wyman Forum bringt Entscheider aus Wirtschaft, Politik und sozialen Unternehmen zusammen, um zur Lösung der komplexesten Probleme der Welt beizutragen. Mit unserer wachsenden und vielfältigen Community entwickeln wir innovative Lösungen und bewegen zum Handeln. Wir führen Studien durch, bringen führende Vordenker zusammen und beleuchten Handlungsoptionen. Mehr Informationen unter www.oliverwymanforum.com.

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